Skibergsteigen im Hochstubai

Frühjahrs-Skitouren in den Alpen sind schon etwas ganz besonderes – es ist länger hell, die Temperaturen sind angenehmer und wenn man Glück hat, erwischt man auch einen ganz tollen Firn. Die zweite Skitouren-Freizeit des Heppenheimer Skiclubs in Zusammenarbeit mit der SSG – Bensheim führte Ende März in das Hochstubai auf die Franz-Senn-Hütte auf 2150 m. Die Hütte ist nur zu Fuß zu erreichen, somit stand gleich am Anreisetag ein mehrstündiger Anstieg von Seduk aus an. 

Da die Schneelage in diesem Winter in den gesamten Zentralpen nicht üppig war, mussten bei der Auswahl der in Frage kommender Tourenziele Abstriche gemacht werden. Für den ersten Tag wurde die Kräulscharte als Ziel gewählt, ein Höhenunterschied von knapp 1000 m musste dazu überwunden werden. Von der Hütte aus ging es zuerst ins „Stiergschwez“ und weiter zum Sommerwandferner. Dieser spaltenfreie Gletscher reicht bis zur Kräulscharte hinauf.  Die gute Schneeauflage auf dem Gletscher sorgte für viel Spaß bei der Abfahrt. 

Der zweite Tag kündigte bestes Alpenwetter an, somit wurde als Tourenziel die Ruderhofspitze mit 3473 m gewählt, ein ambitionierter Gipfel, da dieser nur über einen Grad erreicht werden kann. Die Tour beginnt hinter der Hütte ganz gemächlich dem Alpeiner Bach entlang (dieses Tal war vor 100 Jahren noch vergletschert – die Klimaveränderung zeigt hier dramatisch die Folgen) bis nach einer Steilstufe der Alpeiner Ferner erreicht wurde, der sich wie eine Wand am Talschluss darstellt. Oben auf dem Gletscher angekommen ging es im leichten Anstieg  zur Hölltalscharte, wo das Skidepot eingerichtet wurde. Nun stand eine Kletterei über einen verblockten Grad an um den schmalen Grad, der bis zum Gipfelaufbau führt, zu erreichen. Nach einer Stunde wurde die 700 m lange Strecke mit 300 m Höhemunterschied bewältigt – der Gipfel war erreicht. Ein unvergessliches Erlebnis die grandiose Alpenwelt lag einem zu Füßen und eine außerordentliche Fernsicht toppte den herrlichen Tag. Müde aber Glücklich auf der Hütte zurück, mit einem verdienten Bier in der Hand wurde der Tag Revue passieren lassen. Die warmen Sonnenstrahlen auf der Terrasse der Hütte trugen ihren Anteil zu den Glücksgefühlen bei.

Eine Kurztour am Abreisetag  musste wegen Schneemangel gestrichen werden. Somit hieß es bei sehr schlechten Schneeverhältnissen ins Tal abzufahren und einen Großteil des Weges mussten die Skier getragen werden.  

Peter Illing

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